Die letzten beiden Wochen halten wir uns im Nordosten des Iran auf. Die Namen der Provinzen (Süd-Chorasen, Razavi-Chorasan, Nord-Chorasan) sind uns völlig unbekannt, auch die Reiseführer geben nicht allzu viel an Information zu diesem Landstrich preis. Also machen wir uns auf kleinen Straßen und auf Pisten daran diese Ecke Irans zu erkunden.

In der Gegend um Tabas fühlen wir uns besonders wohl und bleiben ganze fünf Tage. Hier trifft Sandwüste auf Steinwüste, es gibt kleine Wasserfälle und Canyons zu besuchen und sogar heiße Quellen finden sich hier. Auch Tabas selbst ist ein hübsches Städtchen, mit einem wunderschönen Mausoleum und quirligem Straßenleben.
Weiter geht es Richtung Osten, über das Zentrum des iranischen Safrananbaus, Torbat-e Heydarieh in die Stadt der iranischen Mystik, Torabat-e Jam. Dort wird uns eine besondere Ehre zuteil, wir bekommen eine Privatvorstellung eines Meisters dieser folkloristischen Musik.

Die zweitgrößte Stadt im Iran ist Mashhad. Der Imam Reza Schrein wird alljährlich von 15 bis 20 Millionen Touristen oder Pilgern besucht. Maschhad ist damit die am meisten besuchte Stadt im Iran. Nur westliche Touristen verirren sich hierher selten. So ist man auf den Besuch Nicht-Muslimer fast nicht eingerichtet. Gibt es in Shiraz ein lebhaftes Tauschen der bereitgestellten Chadore, ist hier erstmal ein Mitarbeiter auf der Suche nach einem passenden Chador für mich. Kameras sind in den heiligen Hallen auch nicht erlaubt, also muß Norbert erstmal wieder zurück, seine Kamera in Verwahrung geben. Währendessen stelle ich mich beim Fraueneingang an, und mindestens vier Frauen versuchen mich einzukleiden. Mit meinem als Kopftuch gebrauchten Schlauchschal kommen alle überhaupt nicht klar, so daß mir bei dem Gezuppel daran die Luft abgeschnürt wird. Ich setze mich nach einigem Hin- und Herr durch. Nehme meinen Schal, den Chador und darüber die Baseballmütze, damit auch ja kein Haar mehr hervorlugt und die Wächterin am Eingang ist zufrieden. Alle lachen laut mit mir und die Besichtigung kann beginnen. Uns wird ein persönlicher Guide zugeordnet, dann geht es erstmal zum Film schauen. Hier werden, glauben wir, die Teile gezeigt, die wir nicht besuchen dürfen. Dann haben wir 1×2 Gepspräch mit einem Mullah der uns die Heiligkeit des Ortes und die Unterschieder zwischen Shia und Sunni erklärt. Nun endlich dürfen wir durch die heiligen Hallen. Leider ist es kurz vorm Gebet und unser Guide drängt. Nach dreißig Minuten werden wir wieder am Eingang abgegeben und der Mann eilt zum Beten.

Wir sind nach Mashhad gekommen um unsere Freunde zu besuchen und mit Fatima und Meysan Zeit zu verbringen, was wir die kommenden Tage ausgiebig tun. Wir werden in beider Familien zu den Nowruz Festlichkeiten mitgenommen und bekommen einen ganz besonderen Einblick in das Familienleben einer iranischen Familie.

Von Mashhad aus machen wir uns auf den Weg zur Grenze nach Turkmenistan und verlassen nun endgültig den Iran nach fast vier Monaten in diesem Land mit einem lachenden, weil wir uns auf die kommenden Länder freuen, und einem weinenden, weil wir uns im Iran sehr wohl gefühlt haben, Auge.

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