Chinese Border Permit

Rein zufällig fiel mir ein Foto in die Hände, auf dem ein idyllischer Bergsee im Tain-Shan Gebirge, eingerahmt von Felsen, abgebildet war. Den wollte ich persönlich sehen und fing an zu recherchieren. In keinem unserer Reiseführer wurde der Kel-Suu See erwähnt. Internet Recherchen ergaben, daß der See in der Nähe der Grenze zu China liegt und deswegen eine spezielle Genehmigung zum Besuch des Sees erforderlich ist, ein sogenanntes “Border Permit”. Die spärlichen Internetquellen berichten Unterschiedliches über den Ablauf und die Zeitdauer der Erteilung der Genehmigung. Eventuell könnte daran die Fahrt zum Kel-Suu scheitern. Ganz zu Beginn unseres Aufenthaltes in Kirgistan fragen wir deswegen im CBT (Community based Tourism) Office in Bishkek nach dem Verfahren der Beantragung des Border permits. Es gab gute Neuigkeiten, innerhalb eines Werktages kann die Genehmigung vom CBT Office in Naryn organisiert werden und ist zwei Wochen gültig. Für besonders eilige besteht sogar die Möglichkeit die Passkopien per whatsapp an die lokale Koordinatorin zu schicken mit der Bitte um die Besorgung der Genehmigung.

Anfahrt

Der Kel-Suu liegt weit entfernt von den nächsten Siedlungen auf mehr als 3.500 Meter Höhe. Die Anfahrt ist frühestens Ende Mai möglich, je nach Dauer und Härte des Winters erst Mitte Juni. Es stellte sich die Frage: sind die Pisten Anfang Juni bereits befahrbar und halten die Brücken den Herrn Möglich aus? Wir haben Glück, die Jurten wurden am letzten Mai Wochenende aufgebaut und die Strecke ist frei (nun ja, das stimmte fast).

Zu dieser kleinen „Expedition“ haben sich uns neben Ananda & Marco auch Dominique & Markus mit ihren drei Kindern Katharina, Alexander und Arthur angeschlossen.

Die Fahrt zum See

Mindestens fünf Stunden werden für die kürzere der beiden Anfahrtswege (155 km) zum Jurten Camp veranschlagt, wir rechnen mit den Doppel-Mogs und dem „Dicken“ etwas mehr 😉 und planen eine Zwischenübernachtung. Und das soll sich als gute Entscheidung erweisen. Anfangs ist die Piste noch gut, später kommen einige Schlammpassagen und es sind zweimal „Straßenbauarbeiten“ notwendig. Einen Teil der Straße direkt nach einer Brücke hat es weggespült.

 

Ausflug zum Kel-Suu

Um diese Jahreszeit kommt man mit dem Auto nur bis 6 km an den See heran. Danach heißt es entweder zu Fuß oder mit dem Pferd weiter. Als man uns erklärte, daß ein etwa hüfttiefer Fluß zu queren ist, war die Entscheidung zu Gunsten der Pferde schnell getroffen.
Am späten Nachmittag kommen wir bei den Schäfern und den Jurten an und werden erstmal zum Tee und Marmeladenbrot eingeladen. Die Kinder puzzeln und später werden die Fahrräder aus dem Auto geholt und die kirgisischen Kinder erlernen mit Begeisterung das Fahren.



Am nächsten Morgen um neun Uhr steht unser Guide mit den Pferden bereit und mir ist etwas mulmig zu Mute. Letztes Mal saß ich vor etwa 25 Jahren auf einem Pferd und hatte damals gerade mal 8 Reitstunden. Ob das wohl gut geht. Der Guide hat mir meine Skepsis wohl angesehen und teilt mir das kleinste Pferd mit dem Namen Dschingis zu.
Dann geht es los, direkt mit einer Flußquerung. Pferd und Reiter sind noch so gar nicht aneinander gewöhnt und die Unterstützung von Guide und Helfern notwendig. Nur Dschingis scheint zu wissen wo es lang geht und findet seinen Weg alleine. Weiter geht es durch versumpfte Wiesen entlang des Tales zum See.

Bei schönstem Sonnenschein lassen wir es uns den ganzen Tag hier gut gehen. Der eine wandert umher, der andere probiert die Drohne aus, der dritte geht mit dem Brett auf den See.

Den Weg zurück in die Zivilisation führt uns über den Torugart Pass und direkt an der chinesischen Grenze vorbei. Weitere ca. 200 km Piste liegen vor uns. Wieder gibt es unterspülte Stellen, die weiträumig umfahren werden müssen. Vorsicht ist geboten, manchmal ist nur mit reduziertem Luftdruck ein Durchfahren der Schlammpassagen möglich.
Unterwegs besuchen wir Tash Rabat, eine alte Karawanserei aus dem 15.Jahrhundert, ein Touristenhighlight. Früher haben hier die Karawanen auf dem Weg nach China übernachtet heute stehen den Besuchern Jurtencamps zur Verfügung.

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