Ein Mix aus Kultur und Natur erwartete uns im Norden Omans. Die ersten Wadis wurden durchfahren und Festungen besichtigt. Fährt man aus Muskat in die Hajar Gebirge, steht in Nakhl das erste Fort zur besichtigung an. Die Lehmburg ist aus dem 17. Jahrhundert und wurde in späteren Jahren um Türme, Tor und Ummauerung erweitert. Unsere Reise geht weiter durch das Wadi Bani Awf über eine steile Piste bis hinauf nach Balad Seet und dem Plateau Sharaf Al-Alamayn. Ein atemberaubender Ausblick auf die umliegenden Berge zum Sonnenuntergang ist die Belohnung für die mühsame Anfahrt über Schotterpisten.

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Am nächsten Morgen geht es zum Grand Canyon Omans. Über das Wadi Ghul erreicht man die Hochebene mit Blick auf den Jebel Shams, den höchsten Berg Omans (3009 Meter). Entlang des Canyon führt ein Pfad (Balcony Walk), der immer wieder Ausblicke auf die Schlucht bzw. in das Wadi Nakhar gewährt. Wir übernachten am Rande des Canyons und geniessen am nächsten Morgen den Blick auf die aufsteigenden Nebelschwaden.

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Schlag auf Schlag geht es weiter nach Bahla und Nizwa. Die Festung, Stadtmauer und die Altstadt in Bahla zieht uns alle in ihren Bann. Wesentlich größer und verzweigter als die anderen Lehmburgen, ähnelt Bahla fast einem Irrgarten. Immer wieder neue Wege und Aussichten tun sich auf. Und obwohl Bahla Unesco Weltkulturerbe ist, scheint es nicht überlaufen zu sein. Ganz anders in Nizwa. Hier tummeln sich die Touristen im Souq, auf der Festung, in der Altstadt und der Sultan Qaboos Moschee. Mag daran liegen, daß die Infrastruktur sehr viel besser ist.

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Schildkrötenschutzgebiet

Der nächste Halt war für uns alle mit großen Erwartungen verbunden. Im Oman gibt es ein Schutzgebiet für große Meeresschildkröten und es werden am späten Abend und frühen Morgen Führungen angeboten. Ein Highlight unserer Omanreise sollte diese Wanderung sein. Die Wanderungen werden in Ras Al-Jinz, im Besucherzentrum und in Ras al-Hadd von lokalen Führern angeboten. In Ras Al-Jinz waren die Touren, da es Wochenende war, bereits alle ausgebucht und so versuchten wir unser Glück in Ras al-Hadd. Hier war es kein Problem eine Buchung vorzunehmen und die Vorfreude auf den Abend war groß. Um 20:30 sollte es losgehen. Da folgte die erste Überraschung. Die Anfahrt zum geschützten Strand erfolgt mit eigenen Autos. Hat der Mann an der Rezeption wohl vergessen seinen Gästen zu sagen. Die zweite Überraschung, war die Menschenmenge. Mit mindesten 30 anderen Personen machten wir uns auf den Weg. Erklärt wurde zunächst gar nichts und alle versuchten dem Fahrzeug des Guides zu folgen. Wir wurden in eine Art Aufzuchtstation gebracht und es wurden uns kleine Schildkröten in Waschschüsseln gezeigt. Wieder ohne viel Erklärung. Dann hieß sammeln zur eigentlichen Wanderung. Es dauerte nicht lange und eine Schildkröte war gefunden. Die Eiablage hatte stattgefunden und die Schildkröte dabei ihr Nest zuzugraben. Dabei wurde sie von einem Guide unterbrochen, der erstmal wieder alles freigrub. Dann folgten in schlechtem Englisch einige Information zum Schutzgebiet und Zahlen zur Schildkrötenpopulation. Während der ganzen Zeit leuchtete der Guide mit seiner Taschenlampe die Schildkröte und ihr Nest aus. Nach seiner Aussage sind nur Blitze störend, nicht aber Licht. Wir wissen nicht, ob wir das glauben können oder sollen. Uns sind zu viele Menschen hier, einige blitze sogar und laut geht es auch zu. Wir fühlen, daß hier Geld im Vordergrund steht und nicht der Schutz der Meeresschildkröten. Die Durchführung dieser Schildkrötenwanderung stimmt mich mehr als nachdenklich und es ist in dieser Form sicher nicht ratsam daran teilzunehmen.

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