Die letzten Tage in Tadschikistan war uns das Wetter nicht wohl gesonnen, Regen, Schnee und Kälte ließen uns ein paar Tage früher als geplant nach Kirgistan (oder Kirgisien oder Kirgisistan) aufbrechen. Wir hofften auf um die 2.000 Meter Höhe, auf angenehmere Temperaturen zu treffen. Die Hoffnungen wurden erfüllt und die erste Nacht verbrachten wir in einem wunderschönen Tal. Die ersten Pferdeherden besuchten uns zum Frühstück und die Aussicht so ganz anders als die Tage zuvor.

Kirgisische Polizeikontrollen

Auf dem weiteren Weg Richtung Osh geraten wir das erste Mal in eine Polizeikontrolle. Geblitzt wurden wir, wir sind 68 in einer 50er Zone gefahren. Das geht mit Herrn Möglich. Bei schlappen 30.000 Som (ca. 400 €) beginnt der Verhandlungsmarathon. Unsere Verhandlungspartner sind ein Polizist in Uniform, ein Hiwi zum Bedienen der Messpistole und der Chef der Truppe im Auto. Schnell sieht der Polizist ein, daß er wohl etwas zu hoch gegriffen hat und das Bußgeld wird auf 10.000 Som reduziert. Bezahlen können wir mit Kreditkarte, meinen die noch netten Herrn. Leider, und zum Glück für uns, nimmt das Lesegerät unsere Karte nicht. Nun wird weiter verhandelt. Da wir kein kirgisisch oder russisch sprechen und die anderen kein englisch oder deutsch, kommt die moderne Kommunikation zum Einsatz. Der HiWi muss sein Mobiltelefon ausleihen und mit Google Translate versucht uns der Polizist seine Anforderung mitzuteilen. Von den 10.000 Som, will er nicht lassen und er will nicht verstehen, daß wir keine Som besitzen. Wir sind doch gerade erst eingereist und es gab keinen Bankautomaten an dem wir Geld hätten abheben können. Auf unseren Vorschlag, den Strafzettel in Osh zu zahlen wollte keiner eingehen. Dann die grandiose Idee, einer fährt mit uns nach Osh zum Bankautomaten, wir heben die 10.000 Som ab und alles ist gut. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Unser Gegenvorschlag 20$ (wir besitzen noch einen Schein von 1990, der nirgendwo mehr gilt) nehmen sie zu guter letzt an. Eine Stunde unseres Lebens unseres Lebens haben wir geopfert.

Auf der Weiterfahrt, wir fahren mit vorschriftsmäßiger Geschwindigkeit, die zweite Kontrolle. Da man uns zu schnell fahren nicht zur Last legen kann, sucht man nach anderen Gründen. Das Licht muß ausgeschaltet werden. Wie das, nahezu jedes Auto fährt mit Licht. Die Polizisten bestehen darauf, das Licht muß aus und es kostet 50$. Aha, hier verlangt man gleich die harte Währung. Norbert rastet aus, ich höre ihn schreien und er schleudert den Polizisten einige deutsche Schimpfwörter entgegen, die ich hier nicht schreiben möchte und nimmt seine kopierten Papiere und geht.

Diese ersten Erfahrungen mit der korrupten kirgisischen Polizei, ließen uns daran zweifeln, ob wir es hier lange aushalten. Gut, daß dies nicht bestätigt wurde.

Walnußwald und Ala Archer Nationalpark

Von dem Ärger mit der Polizei erholen wir uns in der Welt größtem Walnußwald in Arslanbob. Ein wunderschönes Plätzchen läßt uns hier zwei Tage verweilen, bevor wir uns auf den Weg Richtung Bishkek machen.

Standesgemäß wollen wir quer durch den Walnusswald über einen kleinen Paß zu einem wenig bekannten See nach Bishkek. Der Einstieg in den Trail ist schon nicht ohne, aber Herr Möglich schlägt sich hervorragend. Ein Weg, der sichtlich noch befahren wird tut sich auf. Allerdings sind durch den Regen der letzten Tage sind einige Schlammpassagen zu bewältigen. Eine wird uns zum Verhängnis wir stecken doch tatsächlich fest, der Schlamm reicht bis zur Mitte unserer hinteren Staukisten. Die Winde hilft uns recht schnell aus der Patsche. Nach etwa zwei drittel der Strecke erreichen wir eine kleine Ansiedlung, ein Reiter mit Pferd bedeutet uns, daß der weitere Weg mit unserem Mog nicht befahrbar sei, nur mit einem Pferd gehe es weiter. Wir können es kaum glauben, setzen uns auf die Bank, der Reiter setzt sich zu uns. Ich seufze und bedaure, daß wir nicht weiterfahren können. Er beteiligt sich und seufzt mit. Es kommen weitere Reiter und alle leiden ein wenig mit uns. Dann die Idee, sie bieten uns ein Pferd gegen den Unimog an. Alle lachen. Ok, zwei Pferde, für jeden eins. Als ich noch eins fürs Gepäck fordere wird auch das genehmigt. Das Gelächter wird noch größer.

Also geht es über den Jedermann Weg, der einige landschaftliche Highlights zu bieten hat,  nach Bishkek und den Ala Archa Nationalpark. Dort werden wir bei einer ersten Wanderung durch heftigen Hagel und Regen überrascht und sind froh unsere Regenjacken eingepackt zu haben.

 

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